Ja zur Stadtbahn. Den guten Beispielen folgen.

Ja zur Verkehrswende = Ja zur Stadtbahn

Wir vom AKU (Arbeitskreis Umwelt) Wiesbaden wollen eine menschenfreundliche und lebenswerte Stadt für alle. Eine Stadt mit Platz für Kinder und ältere Menschen. Eine Stadt für Fußgängerinnen, für Radlerinnen, für Rollstuhlfahrerinnen. Eine Stadt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, bezahlbar für alle, mittelfristig umsonst. Die jahrelang propagierte „autogerechte“ Stadt ist das Gegenteil all dessen; sie ist altmodisch und steht für Lärm, Umweltverschmutzung, Krankheit und Tod. Deshalb: Weg vom Individualverkehr, hin zum Ausbau des öffentlichen Nah- und Regionalverkehrs. Wir brauchen ein eng aufeinander abgestimmtes Netz von Stadtbahn, Bussen, S- und Regionalbahnen und ganze Bereiche in der Stadt mit absolutem Vorrang für Fußgängerinnen und Radlerinnen. Die Stadtbahn sehen wir darin als zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt, das zu einer erheblichen Steigerung der Lebensqualität führen kann. Das Stadtbahnnetz sollte deshalb über die bisher geplante Streckenführung hinaus in den nächsten Jahrzehnten weiter ausgebaut werden. Dies gilt selbstverständlich genauso für Rad- und Fußwege. Doch auch bei einer hervorragend ausgebauten Infrastruktur werden die Menschen nur dann auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen, wenn sie bezahlbar, die Takte verbessert und die Haltestellen gut erreichbar und barrierefrei sind.

Ja zu einer wirkungsvollen Klimapolitik = Ja zum Nulltarif im ÖPNV

Die Stadtbahn ist Teil einer nachhaltigen Klimapolitik, weil damit ein enormer Kapazitätsausbau des ÖPNV möglich wird. Das aktuell passabel funktionierende Bus-System hat dagegen zumindest im Innenstadtbereich seine Kapazitätsgrenze erreicht. Der Bau und Ausbau der Stadtbahn trägt jedoch nur dann zur Verbesserung der Luftqualität bei, wenn der innerstädtische Autoverkehr zurückgedrängt wird. Wir fordern deshalb die Fahrspur-Reduzierung bestehender „Stadtautobahnen“ wie der Schwalbacher Straße, der Dotzheimer Straße oder des 1. Rings. Wirklich attraktiv und sozial gerechter wird ein solches Verkehrskonzept mit der Durchsetzung des Nulltarifs für alle (momentan fahren in Wiesbaden nur städtische Angestellte, hessenweit nur Landesangestellte und Beamte kostenfrei). Die Einführung des allgemeinen Nulltarifs verbessert die Mobilität von Menschen mit geringerem Einkommen. Ihre gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität verbessert sich sofort spürbar. Nulltarif im öffentlichen Nah- und Regionalverkehr bedeutet mehr soziale Gerechtigkeit. Und nein, Elektroantrieb hat nichts mit einer zukunftsweisenden Klimapolitik zu tun. Auch wenn in allen Städten der Erde die Benzin- und Diesel-PKW durch Elektroautos ersetzt würden, bliebe der Flächenverbrauch dieser Blechlawine verheerend und wesentlich größer als Mobilität zu Fuß per Rad und mit dem ÖPNV. Auch wird verdrängt, dass die Rohstoffe zur Herstellung der Batterien unter unmenschlichen Arbeitsbedingungen abgebaut werden. Die Batterien selbst enden dann nach wenigen Jahren als giftiger Sondermüll.

Ja zu autofreien Inseln – Leben ist mehr als konsumieren in der Fußgängerzone

Wir wollen mehr Natur im Alltag, belebte Plätze, Wasser in der Stadt und Straßen ohne Autos. So entstehen Orte der Kommunikation und die Lebensqualität von Jung und Alt steigt. Skaten und Flanieren zwischen Bahnhof und Dernschem Gelände, die Bahnhofstraße als reizvolle Visitenkarte der Stadt. Knutschen am frei fließenden, gluckernden Wellritzbach in der Wellritzstraße. Kaffee schlürfen oder stricken im Straßencafé in der verkehrsberuhigten Klarenthaler Straße. Straßenschach auf dem neuen Dorfplatz des Rheingauviertels rund um die Ringkirche. Erst durch den Umstieg vieler Autofahrerinnen auf Stadtbahn, Bus und Fahrrad wird Wiesbaden wirklich lebenswert.

All das wird Geld kosten und nicht zu knapp. Doch das sind wir uns wert! Und außerdem: Nur für den Ausbau schienengeführter Verkehrsmittel stehen Landes- und Bundesmittel zur Verfügung. Wiesbaden müsste nur rund 13 % der Stadtbahnkosten finanzieren.

Als AKU-Wiesbaden setzen wir uns seit 40 Jahren für mehr Bürger*innenbeteiligung und direkte Demokratie ein. Allerdings setzt dies Information und den Austausch von Argumenten, statt hasserfülltem Geifern und „alternativen Fakten“ voraus.