Raus zum antiautoritär-sozialrevolutionären ersten Mai in Frankfurt!

Hier Der Aufruf der FAU Frankfurt, den wir gerne teilen und unterstützen:

Die Corona-Pandemie der letzten Jahre hat die Ungerechtigkeiten und
Widersprüche des Kapitalismus verdeutlicht. Die soziale Lage der
Lohnabhängigen verschlechterte sich in Folge sowohl innerhalb
Deutschlands als auch weltweit.
Der 1. Mai 2022 steht unter den Zeichen von noch mehr Leid.
Der von Putin befohlene Angriffskrieg gegen die Ukraine hat die Barbarei
des Krieges nun auch in Europa ankommen lassen. Das Expansionsbestreben
Putins und der mörderische Krieg sind durch nichts zu rechtfertigen. Die
Forderungen nach Abzug der russischen Truppen aus der Ukraine und nach
einer sofortigen Beendigung des Blutvergießens sind mehr als berechtigt.
Sie machen jedoch all die anderen Kriege, die in den letzten Jahrzehnten
weltweit geführt wurden – fast immer angetrieben von imperialem
Machtstreben, häufig leider auch angeführt von den USA wie auch anderen
NATO-Staaten und unterstützt von deutschen Waffenexporten – nicht
vergessen!
Diese militärisch und ökonomisch geführten Kriege weisen auf eine
derzeit durch massive Kriegsrhetorik verschleierte Doppelmoral des
Westens hin. Während Deutschlands Politiker*innen sich anlässlich des
aktuellen Krieges als Hüter*innen von Demokratie und Menschrecht
gerieren, schweigen sie zu den Kriegsverbrechen befreundeter oder
nützlicher Machthaber.
Seit Jahren wird die Verwandlung des Mittelmeeres in ein Massengrab
jener, die sich als Folge der durch den globalen Norden provozierten
Klimaveränderung auf die Flucht wagten, toleriert. Aufrüstung und
Militarisierung der Gesellschaft erfahren aktuell einen Schub, während
an den Grenzen immer noch Hautfarbe, Nationalität, Geschlecht und die
potentielle Verwertbarkeit der Arbeitskraft darüber entscheiden, ob ein
Mensch der Aufnahme würdig ist oder stirbt.
Unter den Eindrücken des Krieges in der Ukraine erstarken Nationalismen
auf allen Seiten. Sie lassen schnell vergessen, dass die eigentlichen
Grenzen nicht zwischen Nationen, sondern in der Regel zwischen arm und
reich verlaufen. In der Kriegsregion wird vornehmlich das Blut derer
vergossen, die die Befehle der Herrschenden entgegennehmen, und nicht
das der Herrschenden selbst. In Europa sind es die in Folge von Corona
und Krieg steigenden Preise für Lebensmittel und Energie, die
insbesondere den Teil der Bevölkerung treffen, der schon jetzt nicht
weiß, wie er Miete und laufende Kosten zahlen soll. Auch die Begleichung
kommender Krisenrechnungen wird vornehmlich auf dem Rücken der
lohnabhängigen Klasse ausgetragen werden. Die wahrscheinliche Erhöhung
des Renteneintrittsalters, Reallohneinbußen, weitere Sparmaßnahmen im
Gesundheitswesen und an den Sozialetats treffen sie und nicht die
Reichen und Mächtigen dieser Welt. Selbstverständlich werden die infolge
des Krieges erwarteten Hungersnöte ebenfalls nicht die Besitzenden,
sondern die Ärmsten bedrohen.
Deswegen gehen wir am ersten Mai auf die Straße. Der erste Mai ist seit
1886 der Tag, an dem wir weltweit nicht nur für konkrete Verbesserungen
unserer Lebens- und Arbeitsbedingungen einstehen, sondern auch für eine
revolutionäre Perspektive kämpfen.
Für uns heißt das, den Kapitalismus – ein System, das Profitinteressen
über Menschenleben stellt – zu überwinden und mit ihm die
Machtverhältnisse, die uns weltweit unterdrücken. Der erste Mai ist
damit auch ein Tag, der auf Solidarität beruht, statt auf der für den
Kapitalismus typischen Herrschaft und Konkurrenz.

Wir sagen:
Schluss mit Kapitalismus, menschenverachtender Wirtschaft,
autokratischen und totalitären Systemen!
Für eine herrschaftsfreie Welt!
Wir rufen im Rahmen der sozialrevolutionären Demonstration am 1. Mai zur
Bildung eines anarchistischen, anarcho-syndikalistischen,
antiautoritären Blocks auf.

Ihr findet uns bei den schwarz-roten Fahnen!
Treffpunkt: Willy-Brandt Platz I 18:00 Uhr

Für ein gemeinsames, offenes und solidarisches Auftreten der libertären
Gruppen und antiautoritären Geister.
Bringt gerne Musik, eine laute Stimme und das ein oder andere
Transparent oder Schild mit!
Es soll keinen durch Seitentransparente geschlossenen Block geben.
Lasst uns an diesem Tag gemeinsam, aber nicht abgeschottet, ausgrenzend
und ohne Nationalfahnen auftreten.
Eine bessere Welt ist möglich!

FAU Frankfurt a.M. I Gewerkschaft für alle Berufe I Mühlgasse 13 , 60486
Frankfurt I frankfurt.fau.org