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Stellungnahme zum Versuch der antideutschen Gruppierung OAT-Marburg unsere Kurdistan-Veranstaltung mit den Referenten Kerem Schamberger und Michael Meyen am 17.01. im Cafe Klatsch in Wiesbaden zu verhindern

Der AKU tritt seit 40 Jahren mit aller Entschiedenheit jeglicher Form faschistischer, antisemitischer, rassistischer und sexistischer Propaganda entgegen und setzt sich für eine emanzipatorische und ökologische Umgestaltung der Gesellschaft ein. 
Im Rahmen unserer Unterstützung der fortschrittlichen Bestrebungen in Rojava (syrisches Kurdistan), hatten AKU und Cafe Klatsch Kollektiv am 17.01, die Referenten Kerem Schamberger und Michael Meyen zu einer Lesung nach Wiesbaden eingeladen. Drei Stunden vor der Veranstaltung schickte die oben genannte Gruppierung ein email ans Cafe Klatsch in der sie behauptete einer der Referenten sei Teil der antiisraelischen BDS-Kampagne (Boykott, Desinvestition, Sanktion) und Antisemit, weshalb die Veranstaltung abgesagt werden solle. Die Gruppierung hat dies schon öfter gemacht. In einigen Städten hat eine email mit dieser Beschuldigung ausgereicht und der Veranstaltungsraum war weg. So funktioniert Rufmord. Ein Raunen ins Netz stellen, den Stempel des “Guten” (Antifa) darunter, und schon zucken viele zurück. Lieber nicht mit diesen Leuten. Nicht einmal zu Kurdistan. Es wird schon irgendetwas dran sein.
Wir erklären dazu: Als AKU lehnen wir die BDS-Kampagne als zumindest in Teilen antisemitisch motiviert ab. Nicht jede*r daran Beteiligte ist jedoch gezwungenermaßen Antisemit*in. Unser Referent Kerem Schamberger ist nicht Teil oder Unterstützer der BDS-Kampagne. Auch er hält jedoch nicht alle daran Beteiligten für Antisemit*innen. Wir weisen in diesem Zusammenhang auch auf den öffentlichen Aufruf prominenter Kulturschaffender und Wissenschaftler*innen aus Israel hin, in welchem diese betonen, dass Kritik an israelischer Politik und Antisemitismus nicht das Gleiche sind: https://www.medico.de/17238/
Wir sind der Ansicht, dass sich viele Antideutsche – womit sie Antisemit*innen nicht unähnlich sind – oft nur noch innerhalb eines in sich geschlossenen, nicht hinterfragbaren Weltbildes bewegen. Kontroverse Diskussionen sind in beiden Milieus unerwünscht. Fatal ist, dass Antideutsche damit dem Kampf gegen Antisemitismus einen Bärendienst erweisen, da der Vorwurf des Antisemitismus inflationär auf alle ausgeweitet wird, die Kritik an israelischer Politik äußern.


Januar 2019, AKU Wiesbaden